Theo Minges - Der Wein- und Qualitätsfanatiker aus Flemlingen/Pfalz (VDP)
Ende 2007 erreichte uns die freudige Nachricht der Aufnahme des Weingutes in den VDP (Verband der Prädikatsweingüter) Grund genug, Ihnen hier einmal Theo Minges etwas ausführlicher vorzustellen, denn für uns ist er einer der allerbesten Winzer der Pfalz.
Sein Weingut ist in jüngster Zeit kräftig gewachsen und zählt mit mittlerweile 23 ha zu den größeren Betrieben in der Pfalz. Trotz des Wachstums hat es Theo Minges allerdings bestens verstanden, die Qualität seiner Weine in den letzten Jahren nochmals zu steigern. „Aktionismus am Stock und kontrollierter Minimalismus im Keller“ lautet sein Credo, dass er gemein hat mit der deutschen Winzerlegende Hans-Günther Schwarz (ehemals Weingut Müller-Catoir), mit dem er freundschaftlich verbunden ist.
Dabei ist er aber kein Winzer, der sich überall in die erste Reihe drängeln muss. Sein Marketing ist eher "Nicht-Marketing", bei ihm geht die innere Substanz immer vor äußerem Hochglanz, er lässt lieber seine Weine sprechen. Und das tun diese von Jahr zu Jahr mit immer besserer Qualität. Er setzt, wie auch beim Wein, auf den Faktor Zeit. Geduld ist eine Tugend, beim Wein wie im Leben. Und Theo Minges hat eine Eselsgeduld.
Alle im Weingut anfallenden Arbeiten werden größtenteils von ihm selbst in Augenschein genommen. Beginnend mit der Arbeit im Weinberg über die händische Lese, bis zur Kellerarbeit und der Vermarktung. Seinen Weinen kommt diese Ruhe und Geduld enorm zugute. Wir kennen seine Weine nun schon seit vielen Jahren, trotzdem begeistern sie uns immer wieder aufs Neue, bei jedem neuen Versuch: Weißweine, die uns durch ihre frische, nie aufgesetzt wirkende, glasklare Frucht begeistern. Rotweine voller Substanz, Tiefe und Präzision mit erkennbarer Handschrift des Winzers.
Dabei sind seine Weine aber keine Probenweine oder gar Verkostungsmonster, seine Weine erschließen sich viel mehr beim Trinken. Da bemerkt man beim zweiten oder dritten Schluck ganz neue Welten, erkennt erst die Komplexität, die aber nie kompliziert oder beschwerlich daherkommt. Nein, das sind Weine die animierend sind, belebend mit feinem Spiel.
Das Verbindende ist vielleicht die Eleganz, die Finesse, die Theo Minges all seinen Weinen mitgibt, dabei hat jeder durchaus seinen eigenen Charakter. So lässt er seine Weine spontan vergären, sie sehr lange auf der Feinhefe liegen, um ihnen die nötige Reife und spätere Stabilität für ein langes Leben auf der Flasche zu geben Das kann man vielleicht mit Geschwistern vergleichen, die von den Eltern viel Freiheit, Liebe und Selbstbewusstsein mitbekommen haben, wodurch jedes seinen eigenen Weg gehen konnte, seine eigenen Erfahrungen gemacht hat, aber am Ende erkennt man doch auch immer die gemeinsame Herkunft. Und Theo Minges sieht seine Weine durchaus als seine Kinder an .Sie werden, bis sie sind, sie täuschen nichts an und auch nichts vor. Sie vibrieren vor innerer Spannung, und doch, sie sind nicht intellektuell verspannt, sondern dem Leben zugewandt.
Ihre Frucht ist betörend: mal verschwenderisch, mal fein (die Rieslinge!), ihr Charakter verspielt und dabei doch vielschichtig und substanziell.
Beachten sollten Sie gerade auch seine ausgezeichneten Sekte. Theo Minges war einer der ersten Winzer in Deutschland, die als Sektpioniere die Versektung ihrer Weine am Weingut eingeführt haben und damit die Erfolgsgreschichte deutscher Winzersekte initiiert haben.
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Cyril Janisson / Janisson - Baradon /Epernay/Champagne
Es gibt viel junge hoffnungsvolle Winzer in der Champagne. Selbst Vertreter der großen Häuser gestehen ein, dass diese viel verändert haben und in Zukunft noch mehr bewegen werden. Einer von Ihnen ist Cyril Janisson. Seit er im elterlichen Betrieb tätig ist, hat er sehr viel geändert. Studiert hat er in Burgund und von dort nicht nur seine Frau mit nach Epernay gebracht, sondern auch einige Methoden der Weinbereitung. Wichtig ist ihm, dass man Champagner als Wein versteht. Die Qualität dieses Weines wird bestimmt von der Qualität der Trauben am Stock. Zu lange hat man in der Champagne die Arbeit in den Weinbergen vernachlässigt. Das hat sich bei vielen der engagierten jungen Winzer schon geändert und immer mehr folgen nach.
FRISCHER WIND SEIT 1997
In den letzten Jahren hat Cyril Janisson entscheidende Veränderungen in die Wege geleitet, sein Vater hat ihm freie Hand gelassen. Bereits seit 1922 besteht das Haus. Georges Baradon, der 12 Jahre als Rüttler für Moet & Chandon gearbeitet hat, und sein Schwiegersohn Maurice Janisson, gelernter Tonnelier, der 10 Jahre für Pol Roger tätig war, haben es gegründet. Richard und Nadine Janisson führen es heute, seit 1997 unterstützt vom ältesten Sohn Cyril. Seit 2004 ist auch der jüngere Sohn Maxence im Betrieb tätig. Sie verarbeiten ausschließlich Trauben der eigenen Weinberge, die vor allem in Epernay liegen, hinzu kommen Parzellen in Chouilly und Brimont. Mehr als 80 Jahre gibt es also Janisson-Baradon schon, die entscheidenden Neuerungen sind aber erst in den letzten 2 Jahren in die Wege geleitet worden, seit Cyril Janisson im Betrieb tätig ist.
LES Toulettes, 1947 gepflanzter Chardonnay
40 Jahre alt sind die Reben im Durchschnitt. In den Weinbergen wird ganz auf Chemie verzichtet, die Trauben werden sehr reif gelesen. Die Parzellen werden alle gesondert ausgebaut, die Größe der einzelnen Tanks wurde genau auf jede einzelne Parzelle abgestimmt. Cyril Janisson wird in den kommenden Jahren weiter umstellen, will noch kleinere Gebinde nutzen. Die Weine für die Cuvée „Les Toulettes“ – eine Parzelle mit 1947 gepflanzten Chardonnayreben - werden in gebrauchten Barriques vergoren. Cyril Janisson bezieht seine gebrauchten Barriques aus Burgund. Die Reserveweine werden ebenfalls in gebrauchten Barriques ausgebaut. Alle Weine durchlaufen die malolaktische Gärung. Seit dem Jahrgang 2004 gibt es eine weitere Neuerung, alle Champagner werden nach der Tirage mit Naturkorken verschlossen, nicht mehr mit Kronkorken. (Anmerkung von K&M; nach Rückfrage bei Cyril wurden nur die Jahrgänge 2002 und 1997 mit Naturkorken verschlossen)
KÖrperreiche Weine, wenig Dosage
Die Weine von Cyril Janisson erinnern an diejenigen von Anselme Selosse. Sie sind füllig und konzentriert, enorm körperreich und dominant, allesamt sehr nachhaltig. Die Dosage möchte Cyril in den kommenden Jahren noch weiter reduzieren. Beim Ultra brut (=non dosé) verzichtet er schon heute ganz darauf. Er besteht aus der gleichen Vuvée – jeweils 50% Pinot Noir und Chardonnay – wie der Brut Selection, wird aber 5 statt 3 Jahre lang auf der Hefe ausgebaut und dann ganz ohne Dosage abgefüllt. Der Jahrgangschampagner enthält ebenfalls zur Hälfte Chardonnay & Pinot Noir, die Cuvée Les Toulettes ausschließlich Chardonnay. Es ist ein faszinierender „Mono-Cru“, also ein Wein aus einer einzelnen Parzelle, direkt aus Epernay, dessen Weinberge – obwohl Hauptstadt der Champagne genannt – weder als Grand Cru noch als Premier Cru klassifiziert sind.
Quelle: Gerhard Eichelmann aus dem Buch "Champagne - 800 Champagner bewertet & kommentiert
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Unsere Entdeckung vom Kaiserstuhl: Arndt Köbelin
hier im Gespräch mit Armin Maurer
zu den Weinen von Arndt Köbelin
Ein Porträt:
Mai 2006. Besuch einer Weinmesse. Wieder einmal haben wir viele uninspirierende Weine probiert. Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass viele Winzer mit dem Erreichten zufrieden sind und sich auf Ihren Lorbeeren ausruhen. Stillstand aber bedeutet Rückschritt und so ist vieles, was wir an Weinen probiert haben für unser Sortiment einfach nicht gut genug. Zu uniform, zu austauschbar sind viele Weine geworden. Wie Sie ja wissen, möchten wir Ihnen ja immer wieder etwas neues, individuelles präsentieren!
So geschehen bei unserer Entdeckung 2007 vom Kaiserstuhl, dem Weingut Arndt Köbelin aus Eichstetten.
Voller Stolz präsentierte er dann auch auf dieser Messe seinen ersten Jahrgang. Köbelin war bis 2004 erster Kellermeister bei der Durbacher Winzergenossenschaft und hat dort sein Handwerk von der Pike auf gelernt. In dieser Zeit haben die Weine der WG einen enormen qualitativen Fortschritt erfahren und man war traurig, einen solch unglaublich begabten Mann zu verlieren.
Nach diversen Auslandspraktiken in Neuseeland und im Burgund machte er sich in seinem elterlichen Weingut am Kaiserstuhl selbstständig. Seine Vision war und ist, den Weinen einen unverwechselbaren, eigenen Ausdruck zu geben. "Die Gegend muss man schmecken", so sein Leitspruch. Schnell war klar, dass die Räumlichkeiten im elterlichen Weingut nicht ausreichend waren und so begann er im Juni 2006 mit dem Bau eines neuen Weingutes etwas außerhalb von Eichstetten. Moderne, funktionelle Architektur, viel Eigeninitiative, Hilfe von Freunden, Mut zur Investition, Abkehr von den Normen. Die Vision, etwas eigenes zu schaffen, hat Arndt Köbelin vorangetrieben, ein Mensch, der anpackt, der macht, der Visionen hat, voller Ideen steckt und versucht, diese nun mit seinen eigenen Weinen auszudrücken. Bei der Winzergenossenschaft war er zu arg in Schematas gepresst, er musste Vorgaben erfüllen, wie der Wein zu schmecken habe. Nichts für Ihn!
So setzt er im Weinberg auf organische Düngung der Reben, die teils bis zu 40 Jahre alt sind. Neuanpflanzungen werden nur mit selektionierten Reben ausgeführt, die er von einem alten Winzer im Elsaß bezieht. Diese Reben bringen von Natur aus einen geringeren Ertrag und damit einfach ein mehr an Typizität ins Weinglas. Die besondere Lage der Spätburgunderreben in unmittelbarer Waldnähe mit ihrem besonderen Kleinklima (nachts Kühle, schnelles Abtrocknen durch Morgensonne), bringen unverwechselbare, frische, unheimliche tiefgründige Spätburgunder mit einer besonders aromatischen Fruchtfülle hervor.
Seine Weißweine (Rivaner, Riesling, Grau- & Weißburgunder) werden in kleinsten Bütten geerntet und per Gravitation und ohne Pumpen so schonend wie möglich zum Kelterhaus gebracht. Im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen, die den Most sofort weiterverarbeiten, gönnt er diesem erst eine Nacht in der 3 Grad kühlen Kältekammer, damit sich die Aromen in den Trauben harmonisieren. Erst am nächsten Tag wird abgepresst, der Most anschließend wiederum für eine Nacht in der Kühlkammer gelagert, damit sich die Trubstoffe absetzen können. Am nächsten Tag setzen die weinbergseigenen Hefen die Gärung in Gang, diese erfolgt im Stahltank, für den Grauburgunder "S" auch im Barrique. Die Klärung der Moste erfolgt durch Abzug und ohne Druck.
Alles wird also so schonend wie möglich verarbeitet, um Qualität und Typizität zu erhalten. Dazu zählt natürlich auch die biodynamisch/organische Anbauweise, „denn nach wie vor entsteht Wein im Weinberg und nicht im Keller“, so Köbelin.
Wir konnten schon den Jahrgang 2006 Anfang Dezember 2006 vom Fass probieren, natürlich waren die Weine noch in der Gärung, selbst der Rivaner nun schon seit dem 07.10.06.
Die Weine präsentierten sich in einem ausgezeichneten Zustand voller innerer Harmonie, selbst in diesem jungen Stadium, brillierten durch eine wunderbare Saftigkeit (Weiß- & Grauburgunder!!!) und enormer Struktur.
Wie fast überall in Deutschland war auch bei Arndt Köbelin der 2006er Jahrgang nicht einfach. Starker Fäulnisdruck machte auch ihm zu schaffen. Aber auch hier überlies er nichts dem Schicksal oder dem Zufall. Wo viele Kollegen ohne Rücksicht auf Verluste durch den hohen Fäulnisdruck mit dem Vollernter durch die Rebzeilen rasten, mobilisierte Köbelin Helfer, Freunde, Verwandte und Bekannte, die erst mal mit der Rebschere durch die Rebzeilen gingen und das schlechte Material aussortierten. Erst danach musste auch bei ihm ausnahmsweise der Vollernter zum Einsatz kommen, in normalen Jahren wird alles per Hand gelesen.
Gerne möchten wir diesen Mut zur Selbstständigkeit, den Weg, etwas eigenes zu kreieren, unterstützen. Von Arndt Köbelin werden wir - da glauben wir fest daran - in den kommenden Jahren noch viel hören.
Der erste Erfolg ließ nicht lange auf sich warten:
November 2007: Einstieg im Gault Millau mit 1Traube
Mai 2008: Platz 1 mit 2007 Grauburgunder S *** Grauburgunder-Symposium
Mai 2008: Aufnahme in die 100 Meisterwerke des Weines (Tre Torri Verlag)
